Baumschnitt in Coburg
- 50 km Einzugsgebiet
- Seilklettertechnik (SKT)
- 48 h bis zum Angebot
- Kein Kappen
Ein Baum wird nicht kleiner geschnitten, sondern richtig geschnitten.
Die häufigste Anfrage lautet: „Der Baum ist zu groß geworden, machen Sie ihn mal um ein Drittel kürzer.” Technisch geht das.
Nur reagiert ein Baum auf einen abgesetzten Kronenschluss nicht mit Ruhe, sondern mit Panik. Er treibt innerhalb weniger Jahre dicht stehende Wasserreiser nach, die schwächer angebunden sind als die ursprünglichen Äste. Nach fünf Jahren ist die Krone wieder so groß wie vorher, aber instabiler, und die Schnittstellen faulen von innen. Deshalb schneiden wir ab, nicht weg.
Ein Ableitungsschnitt auf vorhandene Seitenäste nimmt der Krone Höhe und Breite, ohne die Struktur zu zerstören. Das Ergebnis sieht aus wie ein Baum und nicht wie ein Mast mit Stummeln, und es hält.
Auf den Punkt gebracht
- Preis: ca. 150 bis 600 €/Baum
- Dauer: halber bis ganzer Tag
- Beste Zeit: 1. Okt. bis 28. Feb.
- Benehmigung zum Baumschnitt? prüfen wir mit
Was schneiden wir?
- Kronenpflege und Totholz (Auslichten, Totholz raus, ab 150 €)
- Kroneneinkürzung (Ableitungsschnitt statt Kappen, ab 300 €)
- Lichtraumprofil und Obstbaum (Freischnitt zur Straße, ab 120 €)
So läuft ein Baumschnitt in Coburg ab
Baum ansehen
Art, Zustand, Schnittziel
Einordnung
Pflegeschnitt oder genehmigungspflichtig
Schnitt
Vom Seil oder Hubsteiger, kontrolliert
Aufräumen
Schnittgut mit, Fläche besenrein
Referenz
Linde, 16 m, Coburg-Wüstenahorn
Über dem Gehweg hingen die unteren Äste auf knapp zwei Metern, zusätzlich stand reichlich Totholz in der Krone. Lichtraumprofil auf 2,50 Meter freigeschnitten, Totholz komplett entnommen, zwei Starkäste über der Straße eingekürzt. Ein Arbeitstag, Gehweg währenddessen abgesperrt, Krone optisch unverändert.
Baumschnitt in Coburg: welcher Schnitt für welches Ziel
Baumschnitt ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Eingriffe. Welcher davon passt, hängt vom Alter des Baums, seinem Zustand und dem Anlass ab.
Kronenpflege ist der Standardfall bei älteren Bäumen. Abgestorbene Äste kommen raus, Reibstellen werden aufgelöst, kranke und gebrochene Partien entfernt. Die Krone wird dadurch nicht kleiner, aber sicherer und gesünder.
Kronenauslichtung nimmt gezielt einzelne Äste aus einer zu dichten Krone, damit Licht und Wind hindurchkommen. Das reduziert die Windlast und verbessert das Abtrocknen des Laubs, was Pilzbefall vorbeugt. Zu viel Auslichtung schadet allerdings, weil der Baum Blattmasse zur Versorgung braucht.
Kroneneinkürzung reduziert Höhe oder Ausladung, etwa wenn der Baum zu nah ans Dach gewachsen ist. Richtig gemacht heißt das Ableitungsschnitt auf vorhandene Seitenäste, wiederholt im Abstand einiger Jahre.
Erziehungsschnitt betrifft junge Bäume. Hier wird in den ersten Standjahren festgelegt, wie die Krone später aussieht. Fünf Minuten Arbeit am jungen Baum ersparen später einen halben Tag am großen.
Totholzentnahme ist oft der dringendste Fall, weil tote Starkäste ohne Vorwarnung brechen, meist bei Wind oder nach Frost. Welche Variante Ihr Baum braucht, sagen wir beim Termin, bevor die Säge angesetzt wird.
Lichtraumprofil: Was Anlieger in Bayern freischneiden müssen
Wer einen Baum an der Grundstücksgrenze stehen hat, ist für den Verkehrsraum davor verantwortlich. Grundlage sind Art. 29 Abs. 2 des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes sowie § 910 BGB.
Freizuhalten sind in der Regel 4,50 Meter über der Fahrbahn und 2,50 Meter über Geh- und Radwegen. Hecken und Sträucher dürfen die Grundstücksgrenze nicht überschreiten und kein Verkehrszeichen verdecken. An Einmündungen und Kreuzungen muss die Sicht frei bleiben.
Zwei Punkte aus der Praxis: Erstens hängen belaubte Äste nach Regen deutlich tiefer als beim trockenen Wintertermin, deshalb schneiden wir etwa 50 Zentimeter über das Maß hinaus. Zweitens haftet der Eigentümer, wenn jemand durch einen überhängenden oder abbrechenden Ast zu Schaden kommt. Fordert die Stadt zum Rückschnitt auf und passiert nichts, wird auf Kosten des Anliegers geschnitten, und das ist die teure Variante.
Den Lichtraumprofilschnitt führen wir so aus, dass das Maß dauerhaft erreicht wird und der Baum trotzdem sein natürliches Bild behält, statt einseitig gekappt zu wirken.
Kroneneinkürzung für Photovoltaik und Dachnähe
Eine Solaranlage rechnet sich über Jahrzehnte, vorausgesetzt, die Module bekommen Sonne. Ein einzelner Baum, der über den First wächst, kann ganze Modulstränge in den Teilschatten ziehen und den Ertrag über eine komplette Tageshälfte drücken.
Wir kürzen die Krone gezielt auf den relevanten Sonnenstand ein, sodass die Verschattung wegfällt und der Baum trotzdem Baum bleibt. Kappen kommt dabei nicht infrage, aus den oben genannten Gründen. Sinnvoll ist ein Ableitungsschnitt, der nach einigen Jahren wiederholt wird.
Das Gleiche gilt für Bäume, die ans Dach, an die Dachrinne oder an die Fassade reichen. Hier geht es weniger um Ertrag als um Laub in der Rinne, Moos auf Ziegeln und Feuchtigkeit an der Wand.
Eine Kroneneinkürzung ist mehr als ein Pflegeschnitt. Ob dafür eine Genehmigung nötig ist, klären wir vorab mit Ihnen. Schicken Sie uns ein Foto von Dach und Baum.
Was die Baumschutzverordnung der Stadt Coburg beim Schnitt erlaubt
Hier liegt ein wichtiger Unterschied zur Fällung. Geschützt ist in Coburg jeder Baum ab 80 Zentimetern Stammumfang, gemessen in 130 Zentimetern Höhe, bei mehrstämmigen Bäumen genügt ein Stamm mit 50 Zentimetern. Ausgenommen sind Obstbäume mit Ausnahme des Walnussbaums.
Notwendige Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen an geschützten Bäumen sind ausdrücklich erlaubt. Dazu zählen unter anderem die Beseitigung abgestorbener Äste, die Behandlung von Wunden, die Entfernung von Krankheitsherden und die Herstellung des Lichtraumprofils. Dafür brauchen Sie keinen Antrag.
Ein starker Rückschnitt oder eine Kappung ist dagegen eine nachhaltige Veränderung des Baums und damit genehmigungspflichtig. Wer ohne Genehmigung so eingreift, riskiert ein Bußgeld und eine Ersatzpflanzung.
Wir sagen Ihnen beim Termin, in welche Kategorie Ihr Wunsch fällt, bevor etwas geschnitten wird. Details stehen in der Baumschutzverordnung der Stadt Coburg (PDF). Ist ein Antrag nötig, übernehmen wir auf Wunsch den Papierkram und die Abstimmung mit dem Grünflächenamt.
Obstbaumschnitt: Ertrag statt Dickicht
Obstbäume sind in Coburg von der Baumschutzverordnung ausgenommen, der Walnussbaum ausgenommen von der Ausnahme. Rechtlich ist der Schnitt also unkompliziert, fachlich aber eigen.
Ein nicht geschnittener Apfelbaum verlagert den Ertrag nach oben und außen, innen verkahlt er. Die Früchte werden kleiner, der Baum wird anfälliger für Schorf, weil das Laub nach Regen nicht mehr durchtrocknet. Ein Erhaltungsschnitt im Winter öffnet die Krone wieder, ein Sommerschnitt bremst zu starkes Triebwachstum.
Bei alten, jahrelang ungeschnittenen Bäumen arbeiten wir in mehreren Durchgängen über zwei bis drei Jahre. Alles auf einmal zurückzunehmen, würde den Baum in dieselbe Wasserreiser-Reaktion treiben wie eine Kappung.
Wenn Schneiden nicht mehr reicht: Problembäume
Manchmal ergibt die Begutachtung, dass kein Schnitt die Lage rettet: Pilzfruchtkörper am Stammfuß, ein Riss im Stamm, eine nach dem Sturm einseitig hängende Krone oder ein Wurzelbereich, der bei Bauarbeiten abgetrennt wurde.
In dem Fall sprechen wir das offen an, statt einen Pflegeschnitt zu verkaufen, der das Problem nur verschiebt. Steht der Baum eng zwischen Haus, Mauer und Nachbargrundstück, arbeiten wir mit Stückfällung in Seilklettertechnik, bei der der Baum von oben nach unten in Stücken abgenommen und jedes Stück kontrolliert abgelassen wird. Mehr dazu auf unserer Seite Baumfällung in Coburg.
Umgekehrt gilt genauso: Wenn eine Kroneneinkürzung die Fällung vermeidet, ist das der günstigere und meist der bessere Weg.
FAQ
Brauche ich für einen Baumschnitt in Coburg eine Genehmigung?
Für einen reinen Pflegeschnitt nicht. Die Baumschutzverordnung der Stadt Coburg erlaubt notwendige Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen an geschützten Bäumen ausdrücklich, dazu gehören die Beseitigung abgestorbener Äste, die Behandlung von Wunden, die Entfernung von Krankheitsherden und die Herstellung des Lichtraumprofils.
Genehmigungspflichtig wird es bei einem starken Rückschnitt oder einer Kappung, weil das als nachhaltige Veränderung gilt. Geschützt ist jeder Baum ab 80 Zentimetern Stammumfang in 130 Zentimetern Höhe, Obstbäume ausgenommen, der Walnussbaum wiederum nicht. Wir prüfen beim Vor-Ort-Termin, in welche Kategorie Ihr Wunsch fällt.
Was kostet ein Baumschnitt in Coburg?
Darf ich meinen Baum im Sommer schneiden lassen?
Ja, ein schonender Pflegeschnitt und die Entnahme von Totholz sind auch zwischen dem 1. März und dem 30. September erlaubt. Ein starker Rückschnitt gehört dagegen ins Winterhalbjahr. Brütet ein Vogel in der Krone, wird unabhängig vom Datum nicht geschnitten.