Einfahrt pflastern in Coburg: Wie das richtige Pflaster die Niederschlagswassergebühr senkt
Wer in Coburg eine Einfahrt, einen Hof oder einen Stellplatz pflastern lässt, denkt meist an Optik, Belastbarkeit und Preis. Ein Punkt fällt dabei fast immer unter den Tisch: Die Art des Belags entscheidet mit darüber, wie viel du jedes Jahr an Abwassergebühren zahlst. In diesem Beitrag erklären wir, wie die Niederschlagswassergebühr in Coburg berechnet wird, welche Pflasterarten sie senken, was in Bayern beim Versickern von Regenwasser gilt und womit du bei den Kosten rechnen solltest.
Warum der Belag deiner Einfahrt Einfluss auf die Abwasserrechnung hat
Früher wurde die Abwassergebühr in den meisten Städten nur nach dem Frischwasserverbrauch berechnet. Wer viel Wasser aus der Leitung nahm, zahlte viel. Wie viel Regenwasser vom Grundstück in den Kanal floss, spielte keine Rolle. Das hat sich geändert. In Coburg erhebt das Kommunalunternehmen CEB die Einleitungsgebühren getrennt, also einmal für Schmutzwasser und einmal für Niederschlagswasser. Für Hausbesitzer heißt das: Jede Fläche, von der Regen in die Kanalisation läuft, kostet Jahr für Jahr Geld. Dazu gehören das Dach, aber eben auch die gepflasterte Einfahrt, der Hof und die Terrasse. Wer neu pflastert oder eine alte Asphaltfläche erneuert, hat es also selbst in der Hand, wie hoch dieser Anteil in Zukunft ausfällt.
So berechnet Coburg die Niederschlagswassergebühr
Die Grundlage ist die Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung des CEB. Die aktuelle Fassung findest du direkt bei der Stadt: Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung der Stadt Coburg.
Die wichtigsten Punkte in Kurzform:
Maßgeblich sind die bebauten und befestigten Flächen eines Grundstücks, gemessen in vollen Quadratmetern, von denen Regenwasser in die öffentliche Entwässerung eingeleitet wird oder dorthin abfließt. Fläche, deren Wasser komplett im eigenen Garten versickert, zählt also nicht mit.
Entscheidend ist dann, wie durchlässig der Belag ist. Die Satzung arbeitet mit Faktoren, mit denen die Fläche multipliziert wird. Für Rasengittersteine und wassergebundene Decken gilt der Faktor 0,2, für Pflaster in Sand oder Splitt mit einer Fuge über 10 mm der Faktor 0,5 und für alle übrigen Befestigungen der Faktor 1,0. Ein klassisch dicht verlegtes Pflaster, Asphalt oder Beton wird also voll angerechnet. Ein Rasengitter dagegen nur zu einem Fünftel. Die angerechnete Fläche wird dann mit dem Gebührensatz multipliziert. Für Grundstücke, die schon vor dem 1. Januar 2008 an das Kanalnetz angeschlossen werden konnten, sind das 0,62 € je vollem Quadratmeter und Jahr, für alle anderen 0,71 €.
Rechenbeispiel: 60 m² Einfahrt in Coburg

Nehmen wir eine typische Hofeinfahrt mit 60 m², deren Regenwasser über den Gehweg in den Straßenkanal läuft, und einen Bestandsbau mit 0,62 € Gebührensatz:
- Dichtes Pflaster oder Asphalt (Faktor 1,0): 60 m² × 0,62 € = 37,20 € pro Jahr, auf 20 Jahre rund 744 €
- Pflaster in Splitt mit Fugen über 10 mm (Faktor 0,5): 30 m² × 0,62 € = 18,60 € pro Jahr, auf 20 Jahre rund 372 €
- Rasengittersteine (Faktor 0,2): 12 m² × 0,62 € = 7,44 € pro Jahr, auf 20 Jahre rund 149 €
Ehrlich gesagt: Reich wird man damit nicht. Die Ersparnis liegt bei einer normalen Einfahrt im Bereich von einigen Hundert Euro über die Nutzungsdauer. Sie ist aber ein schöner Zusatzeffekt, der ohnehin mit guten Gründen für versickerungsfähiges Pflaster einhergeht: weniger Pfützen, weniger Belastung für den Kanal bei Starkregen, mehr Wasser für den Boden in trockenen Sommern. Bei großen Hofflächen, Gewerbegrundstücken oder Stellplatzanlagen wird der Betrag schnell deutlich spürbarer.
Wichtig: Wer seine befestigten Flächen verändert, muss das melden. Die Satzung verpflichtet Gebührenschuldner, dem CEB alle Änderungen an den abflusswirksamen Flächen unverzüglich mitzuteilen. Das gilt in beide Richtungen, also auch, wenn du von Asphalt auf Rasengitter umstellst und weniger zahlen möchtest.
Zisterne als zusätzlicher Hebel Wer ohnehin baut, kann die Einfahrt mit einer Zisterne kombinieren. Auch das berücksichtigt die Coburger Satzung. Die Zisterne muss mindestens 2.000 Liter nutzbares Rückhaltevolumen haben. Je 1.000 Liter reduziert sich die anrechenbare Fläche um 5 m², und wenn das Wasser zusätzlich als Brauchwasser genutzt wird, um 10 m² je 1.000 Liter. Eine 5.000-Liter-Zisterne für die Toilettenspülung würde die angerechnete Fläche also um 50 m² senken.
Welches Pflaster eignet sich für eine versickerungsfähige Einfahrt?
Nicht jede wasserdurchlässige Lösung passt zu jeder Fläche. Diese Varianten setzen wir in Coburg und Umgebung am häufigsten ein: Rasengittersteine: Ideal für Stellplätze und selten befahrene Nebenflächen. Sehr gute Versickerung, niedrigster Faktor, aber nicht angenehm zu begehen und optisch eher ländlich. Rasenfugenpflaster und Ökopflaster: Betonsteine mit breiten Fugen oder Abstandhaltern, die mit Splitt oder Rasen gefüllt werden. Voll befahrbar, gut begehbar und ein guter Kompromiss für Einfahrten. Pflaster mit Splittfuge: Klassisches Pflaster oder Natursteinpflaster, aber mit Fugen über 10 mm und Splitt statt Sand. Das sieht aus wie eine normale Einfahrt und fällt in Coburg trotzdem in die günstigere Kategorie. Drainpflaster (haufwerksporige Steine): Der Stein selbst ist wasserdurchlässig. Die Optik ist modern und geschlossen, die Steine können aber mit der Zeit zusetzen und brauchen etwas Pflege. Welche Variante passt, hängt davon ab, wie oft und womit die Fläche befahren wird, wie der Untergrund beschaffen ist und welche Optik zum Haus passt. Das klären wir immer beim Vor-Ort-Termin.
Der Unterbau entscheidet, nicht nur der Stein
Ein häufiger Irrtum: Wer versickerungsfähige Steine kauft, hat automatisch eine versickerungsfähige Fläche. Das stimmt nur, wenn auch der Aufbau darunter Wasser durchlässt. Eine Tragschicht aus feinkörnigem, stark verdichtetem Material oder ein lehmiger Boden können das Wasser trotz offener Fugen stauen. Dann steht es nach jedem Regen auf der Fläche, und im Winter drohen Frostschäden. Für eine befahrbare Einfahrt braucht es deshalb eine ausreichend starke Frostschutz- und Schottertragschicht mit passender Körnung, eine Bettung aus Splitt statt Sand und eine seitliche Einfassung, die die Fläche dauerhaft hält. Bei schwer durchlässigen Böden prüfen wir vorab, ob zusätzlich eine Rinne oder eine Mulde im Garten sinnvoll ist. Wie ein belastbarer Aufbau für Einfahrten, Terrassen und Hofflächen aussieht, zeigen wir ausführlich auf unserer Seite zu Pflasterarbeiten in Coburg.
Wer sich tiefer in die Technik einlesen möchte: Für die Planung von Versickerungsanlagen gibt es das Regelwerk der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA), das allerdings kostenpflichtig ist und sich vor allem an Planer richtet.
Was in Bayern beim Versickern von Regenwasser gilt
Solange Regen einfach durch die Fugen deiner Einfahrt in den Boden sickert, musst du dich um Genehmigungen in der Regel nicht kümmern. Anders sieht es aus, wenn Regenwasser gesammelt wird, zum Beispiel über eine Rinne am Ende der Einfahrt, die in eine Mulde oder einen Sickerschacht führt. Das gezielte Einleiten von gesammeltem Niederschlagswasser ins Grundwasser gilt in Bayern grundsätzlich als Gewässerbenutzung, für die eine wasserrechtliche Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde nötig ist. In vielen Fällen ist die Versickerung aber genehmigungsfrei, wenn die Niederschlagswasserfreistellungsverordnung (NWFreiV) und die zugehörigen technischen Regeln (TRENGW) eingehalten werden. Die wichtigsten Bedingungen hat das Bayerische Landesamt für Umwelt zusammengefasst, siehe erlaubnisfreie Versickerung beim LfU Bayern. Dazu gehört, dass das Wasser flächenhaft über eine geeignete Oberbodenschicht versickert, dass höchstens 1.000 m² befestigte Fläche an eine Versickerungsanlage angeschlossen werden und dass die Anlage außerhalb von Wasser- und Heilquellenschutzgebieten sowie Altlastenflächen liegt. Für ein Einfamilienhaus mit Einfahrt ist das fast immer erfüllt, trotzdem lohnt sich ein kurzer Check. Dafür gibt es ein praktisches Werkzeug: Mit dem Programm BEN des Landesamts für Umwelt können Bauherren und Grundstückseigentümer vereinfacht prüfen, ob eine erlaubnisfreie Versickerung oder Einleitung möglich ist. Das Online-Prüfprogramm BEN des LfU führt Schritt für Schritt durch die Fragen.
Was kostet eine versickerungsfähige Einfahrt in Coburg?
Bei uns liegen gepflasterte Flächen in der Regel zwischen 90 und 180 € pro m², inklusive Aushub, Unterbau und Verlegung. Das deckt sich mit bundesweiten Durchschnittswerten. Für eine typische Einfahrt mit 30 bis 50 m² nennen Kostenportale Gesamtbeträge zwischen etwa 2.700 € mit günstigen Betonsteinen und 9.000 € mit hochwertigem Naturstein. Versickerungsfähige Varianten sind nicht automatisch teurer. Rasengittersteine sind im Material oft günstiger als hochwertiges Betonpflaster. Ökopflaster und Drainsteine liegen im Material etwas über Standardpflaster, dafür entfallen manchmal Rinnen oder Anschlüsse an den Kanal. Die größten Preistreiber sind unabhängig vom Stein: Abbruch und Entsorgung von altem Asphalt oder Beton Bodenverhältnisse und die nötige Stärke der Tragschicht Zugänglichkeit der Baustelle für Bagger und Lkw Randsteine, Stufen, Rinnen und Anschlüsse an Garage oder Haus Wer Steine vorab in Ruhe anschauen möchte, findet in der Region eine gute Auswahl im Baustoffhandel, zum Beispiel in der Pflasterstein-Ausstellung von Venanz Fischer in Coburg. Bring deine Favoriten einfach zum Vor-Ort-Termin mit, dann prüfen wir, ob sie zur geplanten Belastung passen.
Unser Fazit: Die Einfahrt einmal richtig planen Eine Einfahrt pflastert man im Idealfall einmal für mehrere Jahrzehnte. Wer dabei gleich an die Entwässerung denkt, spart in Coburg dauerhaft Gebühren, entlastet den Kanal bei Starkregen und hält den Boden rund ums Haus feucht. Voraussetzung ist ein Aufbau, der zum Belag passt, und ein Stein, der die Belastung dauerhaft trägt. Du planst eine neue Einfahrt, willst eine Asphaltfläche ersetzen oder deinen Hof entsiegeln? Als Fachbetrieb für Garten- und Landschaftsbau in Coburg schauen wir uns die Fläche vor Ort an, prüfen Boden und Gefälle und machen dir innerhalb von 48 Stunden ein Festpreis-Angebot, auf Wunsch mit einer ehrlichen Einschätzung, wie viel Gebühr du mit welchem Belag sparst.